Kirche Mariä Verkündigung Freihalden

Freihalden, ursprünglich ein spätmittelalterliches Rodungsdorf im östlichen Landkreis Günzburg, ist zumindest seit dem 15. Jahrhundert als Pfarrort bezeugt. Als markanter Bauteil aus dieser Epoche blieb der gotische Chorturm erhalten, dessen Giebel allerdings bei einer größeren Baureparatur 1864 erneuert wurden. Heute steht dort eine der ungewöhnlichsten und charaktervollsten Dorfkirchen des 20. Jahrhunderts im Bistum Augsburg Trotz ihres weit über Deutschland hinaus berühmten, aus dem Nachbarort Jettingen stammenden Architekten, Dominikus Böhm, ist sie bislang selbst in der näheren Region kaum bekannt.

Die alte Dorfkirche selbst war seit dem 17. Jahrhundert wiederholt ohne größeren künstlerischen Aufwand renoviert und umgestaltet worden. Bedeutender war vermutlich ihre älteste Ausstattung aus der Zeit der Spätgotik, von der neben einer kleinen Madonna eine Skulptur der Maria in Erwartung des Erzengels Gabriel erhalten ist, offenbar Teil einer Altarschreingruppe mit der Darstellung des Kirchenpatroziniums Mariä Verkündigung. Aus der Zeit um 1830 haben sich außerdem die ehemaligen Altarbilder des Jettinger Malers Nikolaus Lechner erhalten, darunter Kopien nach Raffaels Sixtinischer Madonna in Dresden und nach dem Sebastiansbild des Hans von Aachen in der Münchner Michaelskirche.

In den Jahren 1927 bis 1929 wurde unter dem damaligen Ortspfarrer und späteren Ehrenbürger Sebastian Bayer ein Großteil der alten Kirche abgerissen und durch einen christozentrisch angelegten Neubau nach Plänen von Professor Dominikus Böhm ersetzt. Der Kirchturm im Osten kam dadurch in die Mitte der Kirchenanlage zu stehen, der Chorraum wurde aus dem Inneren des Turmes in Richtung Kirchenschiff erweitert. Außerdem ergänzen auf der Südseite des Kirchturms eine Taufkapelle und auf der Nordseite eine Sakristei die Gesamtanlage. Der Aufgang zur Orgelempore ist in einem Rundturm an der Nordostecke der Kirche untergebracht. Als besonders beachtenswert gelten die nach Plänen Böhms gestalteten Glasfenster sowie das von Theo Landmann, Osnabrück, geschaffene Fresko der Patrona Bavariae (Schutzmantelmadonna) an der Altarrückwand.

 

Entsprechend der liturgischen Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils wurde die Kirche im Jahr 1968 unter Pfarrer Otto Baumgärtner nach Plänen des bekannten Münchner Architekten Alexander Freiherr von Branca unter weitgehender Beibehaltung der ursprünglichen Konzeption nochmals umgestaltet.

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