Kirche Maria Immaculata Oberwaldbach

Die Pfarrkirche Oberwaldbach war bis weit ins 16. Jahrhundert hinein sehr klein. Sie umfasste im Wesentlichen nur den Chorraum mit dem angebauten Turm, in dessen Läuteraum zugleich die Sakristei untergebracht war.

 

Zu den besonderen Kostbarkeiten der Kirche aus der Spätgotik gehören die überlebensgroße Skulptur des Gekreuzigten und die in einem Holzschrein an der Nordseite des Kirchenschiffs untergebrachten Figuren der Gottesmutter mit dem Jesuskind sowie der hl. Dorothea und der hl. Katharina. Außerdem ist an der Südwand des Kirchenschiffs eine Statue der hl. Anna Selbdritt angebracht. Alle diese Bildhauerarbeiten werden dem Umkreis des Ulmer Meisters Daniel Mauch (um 1510) zugeschrieben. Der an der Nordseite des Chorraums aufgestellte historische Taufstein trägt die Jahreszahl 1510.

 

Wohl aus dem 18. Jahrhundert stammen die Figuren des hl. Franz Sales und des hl. Johannes Nepomuk im Chorraum sowie die Statuen des hl. Florian und des hl. Sebastian an der rechten Chorschulter. Ebenfalls dieser Zeit dürfte auch die reichhaltige Deckenbemalung zuzurechnen sein. Sie zeigt in kleineren Medaillons die verschiedenen Ehrentitel Mariens aus der Lauretanischen Litanei sowie in den sieben großen Deckenfresken die Verwandtschaft Jesu („hl. Sippe“).

 

Im Lauf der Zeit erlebte die Pfarrkirche Oberwaldbach vielfache Umgestaltungen und Renovierungen: 1658 Erhöhung des Turms, 1764 im Westen Einbau einer Empore und einer Orgel sowie Aufstellung der beiden Assistenzfiguren Maria und Johannes (Entstehungszeit: 17. Jahrhundert) zu beiden Seiten des spätgotischen Kreuzes, 1831 das Glockengeläut.

 

In den Jahren 1973 bis 1977 wurde unter Pfarrer Hans Kloning eine umfassende Renovierung der Kirche durchgeführt, die nicht nur die Sanierung des Mauerwerks und den Einbau einer Heizung zum Ziel hatte, sondern insbesondere eine Chorraumumgestaltung nach den Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils. Die Gesamtplanung lag bei Professor Franz Bernhard Weißhaar, München. Bemerkenswert sind der mit Sandstein- und Nagelfluhblöcken aus den ursprünglichen Fundamenten der Kirche aufgebaute und mit einer aus Untersberger Marmor gehauenen Mensa bekrönte Altar sowie das aus demselben Material in Form eines Sakramentshäuschens gestaltete Tabernakel.

 

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