250 Jahre nach Violau

 

Kirche Freihalder Wallfahrt hat eine lange Geschichte – Heuer feiern die Gläubigen Jubiläum

 

Freihalden Der 1. Mai ist ein besonderer Tag im Freihalder Dorfleben. Zwei Traditionen werden zum Start des Wonnemonats hochgehalten. Alle Vereine richten alljährlich das Maifest unter dem Maibaum am Pfarrer-von-Ars-Platz  aus. Zu den Gästen aus nah und fern gesellen sich gegen Mittag jedes Mal die heimischen Pilger, die von ihrem morgendlichen Wallfahrtsziel Violau zurückgekehrt sind. Heuer jährt sich die erste urkundliche Erwähnung der Freihalder Wallfahrt nach Violau zum 250. Mal.

Im Heimatbuch von Karl Weichenmeier ist auf Seite 183 zu lesen: „Schon 1765 führt am Markustag der Weg nach Allerheiligen und in der Kreuzwoche nach Violau, Oberwaldbach und Jettingen.“ Mit „Kreuzwoche“ ist die Woche um das frühere katholische Fest der Kreuzauffindung gemeint, das  am 3. Mai gefeiert wurde, bis es Papst Johannes XXIII. 1961 mit der Neuordnung des liturgischen Kalenders abschaffte.

Genau ein Vierteljahrtausend zurück liegt auch die Ersterwähnung der Wallfahrt nach Allerheiligen, die seit Ende des Ersten Weltkriegs der damals neu gegründete Krieger- und Soldatenverein Freihalden fortführt. Heuer pilgern die Kameraden am Sonntag, 17. Mai, „auf’n Holga“.

1781 wurden alle Kreuzgänge in fremde, entlegene Orte verboten. Betroffen war auch die Freihalder Violau-Wallfahrt. Das Verbot hielt jedoch nicht lange, zu laut war das „allgemeine Murren und Klagen“ dagegen.

Ohnehin ließen sich die Freihalder keineswegs ins Bockshorn jagen und sich den beliebten Pilgerzug nach Violau nicht nehmen. „Sie fanden ein Hintertürchen“, schreibt Heimatforscher Karl Weichenmeier. „Die politische Gemeinde machte ein Gelübde und versprach eine Wallfahrt nach Violau wegen des Viehs, und schon 1782 pilgerte man wieder zur Muttergottes.“ Als Wallfahrtstag legte man „Mariä Heimsuchung“ (2. Juli) fest. Mit der Zeit wurde das Datum auf den 1. Mai vorgezogen.

Auch am diesjährigen Jubiläumstag kommen die Gläubigen wieder um 6 Uhr am Pfarrer-von-Ars-Platz zusammen und machen sich betend, singend und ein Kreuz vorantragend auf den elf Kilometer langen Weg durch den Wald nach Violau zum Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes. Zum Jubiläum werden sie eigens gestaltete Votivkerzen in die Wallfahrtskirche tragen. Dort wird die Festmesse besucht, ehe es – zu Fuß oder inzwischen auch mit dem Auto –wieder nach Hause geht, wo ja das Maifest zur Einkehr einlädt. (bj)

Text: Jürgen Bigelmayr

250 Jahre Violau-Wallfahrt Freihalden_Foto

Mit dem Pilgerkreuz auf der Waldwegkreuzung: Freihaldens Gläubige machen jedes Jahr am 1. Mai eine Wallfahrt nach Violau.

                          Foto: Werner Miller

Unten