Ried

Der Name Ried ist ein in Süddeutschland geläufiger Ortsname. Er bezeichnet vielfach Niederlassungen, die in der früh- und hochmittelalterlichen Rodungszeit an oder auf trocken gelegtem Sumpfgelände entstanden. Die früheste Erwähnung Rieds in den Archiven datiert auf das Jahr 1293. In einer von Konrad von Eberstall ausgestellten Urkunde genehmigt der Gutsherr, dass sein Lehensmann Konrad von Röfingen einen Hof und zwei Sölden zu Ried dem Kloster Oberschönenfeld vermacht. Vermutlich ist Ried eine Gründung der Augsburger Bischofs und der Herren von Eberstall, die neben eigenem Besitz die hochstiftischen Lehen innehatten. Vermutlich ist Ried eine Gründung der Augsburger Bischofs und der Herren von Eberstall, die neben eigenem Besitz die hochstiftischen Lehen innehatten. Nach der Verarmung der Eberstaller Adeligen mit dem Untergang des Stauferreichs Mitte des 13. Jahrhunderts und schließlich dem Aussterben des Geschlechts der „Edlen von Eberstall“ im ersten Drittel des 14. Jahrhundert ging deren Eigenbesitz wohl in die Hände reicher Augsburger Bürger über, während das Domstift sein Lehensgut den Jettinger Herrschaften übertragen haben dürfte. Gegen Ende des 15. Jahrhundert weisen Zeitzeugnisse die Junker von Burtenbach als Ortsherren über Ried aus. Das Geschlecht der Burtenbacher stand in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts im Dienst des Augsburger Bischofs, später erschien es als Gefolgsleute der Eberstaller Herren. Eine Linie zog es dann als Bürger nach Augsburg, während eine andere auf dem Land blieb. Das Burtenbacher „Interregnum“ ging zu Ende, als 1534 der Herr von Jettingen und Eberstall, Hans Adam von Stain, den Flecken Ried von Sigmund Ebner, einem Augsburger Bürger, der mit einer Burtenbacher Junkerstochter verheiratet war, erwarb. Ried war nun durch die Stainsche Herrschaft wieder eng mit Eberstall und Jettingen verbunden. (! siehe Herrschaftsgeschichte Jettingen und Eberstall) Die Herrschaften von Eberstall/Jettingen üben nun in Ried über Jahrhunderte nicht nur die Hoheit über Grund und Boden aus, sondern sitzen bei strafrechtlichen Anschuldigungen über die Dorfbewohner auch zu Gericht. Dies bleibt so bis zur großen deutschen Flurbereinigung unter Napoleon (Mediatisierung und Säkularisation, 1803). In deren Zuge wird Ried, wie alle späteren Ortsteile Jettingen-Scheppachs, zum Königreich Bayern geschlagen.

Quelle(Bilder und Artikel): Internetseite Markt Jettingen-Scheppach

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